Matka Boża Płaszowska
Das Gnadenbild der Muttergottes von Płaszów
Das Bild der Muttergottes von Płaszów entstand in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts im bekanntesten ikonografischen Typus, der Hodegetria. Es zeigt Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Hodegetria bedeutet auf Griechisch „die den Weg weist“ bzw. „die Führende“. Maria weist auf Jesus und ist Wegweiserin zum richtigen Weg. Auch die Schwarze Madonna von Tschenstochau im Heiligtum Jasna Góra und die Muttergottes von Piekary aus Piekary Śląskie sind Hodegetrien. Alle verbindet gemeinsame Merkmale; jedes hat zudem eine außergewöhnliche Geschichte.
Meister der neu-sandezisch-krakauer Schule malten das Bild auf eine mit Kreidegrund versehene Lindenholztafel. Mit Rahmen misst es 117 cm x 95 cm. Bis 1850 befand es sich in der Pfarrkirche von Czernichów und wurde als wundertätig verehrt. Warum es danach in einem Kirchenmagazin aufbewahrt wurde, ist unbekannt. Dort erwarb es Herr Cichoń, Küster, Liebhaber religiöser Kunst und tiefgläubiger Marienverehrer. Das Bild wurde zum wichtigen Ort im Haus der Familie Cichoń, wo sich drei Generationen zum Gebet versammelten. Als sein Sohn Stanisław 1900 nach Izdebnik zog, schenkte Cichoń ihm das Bild als Familienerbstück. 1929–1931 restaurierte es erstmals sein Sohn Władysław Cichoń, Absolvent der Krakauer Kunstakademie. Die gelungene Restaurierung rettete das Bild und erweckte es zu neuem Leben. Auf Bitten seines zweiten Sohnes Marian und des Hausfreundes Wincenty Turek, beide Herz-Jesu-Kleriker, übergab Stanisław es der neu entstehenden Herz-Jesu-Kirche in Płaszów. Am 21. November 1931 wurde es dort feierlich inthronisiert. Seitdem befindet es sich dauerhaft in der Płaszów-Pfarrei, wo zahlreiche Gnaden auf die Fürsprache der Heiligsten Jungfrau Maria erlangt wurden.
1949 wurde das Bild erneut konserviert; Prof. Wiesław Zarzycki übernahm die Restaurierung. Es wurde übermalt und – außer den Gesichtern Mariens und Jesu – stark verändert. Als 1964 Pfarrer Wincenty Turek wurde, der sich aus seiner Kindheit gut daran erinnerte, wollte er das ursprüngliche Aussehen zurückgeben. Er wandte sich an die Restaurierungswerkstatt auf dem Wawel, die eine erneute Restaurierung übernahm. Die ungewöhnlich langen Arbeiten endeten Anfang Mai 1969. Am 11. Mai kehrte das Bild in die Kirche zurück; Bischof Jan Pietraszko leitete die Feier.
Erstaunlich blieb das Antlitz der Madonna trotz langer Geschichte, vieler Schäden und wiederholter Restaurierungen praktisch unverändert: Es wurde nicht zerstört und, abgesehen von kleinen Retuschen, nicht anders übermalt. Menschlich gesagt: ein wahres Wunder. Vielleicht will Maria uns sagen: Ich bin immer dieselbe, unverändert, und rufe euch seit Jahrhunderten mit ganzem Herzen; ich bin bei euch und warte auf euch.
1960 wurde die Novene zur Muttergottes von der Immerwährenden Hilfe eingeführt, später durch die Novene zur Muttergottes von Płaszów ersetzt. Seitdem wird auch das zweite Pfarrfest zur Mutterschaft Mariens gefeiert, am 11. Oktober oder ersten Sonntag danach. Initiator war der Krakauer Weihbischof Karol Wojtyła; er leitete die ersten Ablassfeierlichkeiten am 16. Oktober 1960. Kardinal Wojtyła sah in der Geschichte des für seine Gnaden bekannten Bildes eine wunderbare Parallele: Es war zunächst in einer Kirche, dann drei Generationen in einem gewöhnlichen Familienhaus und kehrte mit den menschlichen Erfahrungen in die Kirche zurück.
Zahlreiche Zeugnisse zeigen, dass Gläubige vor dem wundertätigen Bild Gnaden für Familien-, Ehe- und Mutterleben erbitten. Viele Ehepaare beten um ersehnten Nachwuchs. Gläubige berichten von empfangenen Gnaden und danken der Muttergottes von Płaszów für ihren Schutz. Daher war Wojtyłas frühere Initiative für ein Fest zur Mutterschaft Mariens wahrhaft prophetisch.
Die feierliche Krönung des Bildes mit Bischofskronen durch Kardinal Franciszek Macharski, Krakauer Metropolit, war besonders wichtig. Sie fand am 5. Mai 1991 im Beisein zahlreicher Einwohner Krakaus und der Umgebung statt.
Am 23. Oktober 1997 wurden die polnische Provinz der Herz-Jesu-Priester und die Region Finnland anlässlich des 50. Jahrestags der Gründung der Herz-Jesu-Provinz in Polen der Muttergottes von Płaszów anvertraut. 2013 restaurierte es erneut ein Expertenteam der Krakauer Kunstakademie unter Leitung von Grzegorz Kostecki.
Am 13. Oktober 2019 wurde die Kirche zum Diözesanheiligtum erhoben. Erzbischof Marek Jędraszewski, Krakauer Metropolit, leitete die Feier.
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