Geschichte von Domus Mater
„Dom – Matka“, das Mutterhaus, ist das erste Kloster der Herz-Jesu-Priester in Polen.
Es wurde am 31. März 1928 gegründet und von Pater Kazimierz Wiecheć, dem ersten polnischen Herz-Jesu-Priester, geleitet. Nach Studium und mehrjähriger Arbeit in Italien kehrte er nach Polen zurück und wohnte im Krakauer Haus der emeritierten Priester, ul. św. Marka 10. Auf Entscheidung des Krakauer Metropoliten Adam Kardinal Sapieha wurde Kraków-Płaszów als bester Standort gewählt. Im Herbst 1928 bezog Pater Kazimierz ein Mietshaus in der ul. Koszykarska 7 und begann dort seine pastorale Arbeit.
1929 übergab Krakau den Herz-Jesu-Priestern ein Grundstück in der ul. Saskiej. Der Bau begann 1930; im September wurde der Grundstein gesegnet. Die Arbeiten gingen so schnell voran, dass die Priester 1931 einzogen. Im November wurde ein von der Familie Cichoń gestiftetes Madonnenbildnis aus dem 15. Jahrhundert feierlich in die Kirche übertragen. Heute wird es als Gottesmutter von Płaszów – Mutter der Gesegneten Mutterschaft verehrt.
1932 eröffnete neben Ordenshaus und Pfarrei das Untere Seminar, eine weiterführende Schule für Jungen. Im September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Zu Besatzungsbeginn fanden Vertriebene im Kloster Zuflucht; am 25. März 1940 besetzte die Wehrmacht das Kloster. Dort waren deutsche Soldaten und die sogenannte „blaue Polizei“ stationiert. Nach dem Krieg wurde ein zweiter Klosterflügel beschlossen. 1952 richteten die kommunistischen Behörden in den Klostergebäuden ein Krankenhaus für psychisch kranke Frauen ein, später eine psychiatrische Kinderklinik. Den Priestern stand damals nur ein Klostergeschoss zur Verfügung.
Von 1950–1978 war der damalige Bischof, Erzbischof und Kardinal Karol Wojtyła wiederholt im Klostergebäude anwesend.
Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Polen veränderte sich vieles: 1993 ging das Klostergebäude wieder in den Besitz der Herz-Jesu-Priester über. Das verwüstete Gebäude und Umfeld wurden erneut den apostolischen Aufgaben der Ordensgemeinschaft gewidmet.
Von 2009 bis 2013 wurde die gesamte Anlage umfassend modernisiert. Sie erhielt ein zusätzliches Stockwerk, ausgebaute Keller, neue Eingangshallen und Verkehrswege. Auf Beschluss der damaligen Ordensleitung wurde ein Klosterteil für das künftige Pilgerhaus bestimmt. Die Renovierung leitete in Krakau Pater Grzegorz Kurzaj; seitens der Provinz wirkten der damalige Provinzökonom Pater Zdzisław Kozioł und Pater Ireneusz Kmieć mit. Voraus gingen jahrelange Vorbereitungen für Unterlagen und Genehmigungen. Im September 2012 beauftragte Provinzial Pater Artur Sanecki Pater Włodzimierz Płatek mit Organisation, Struktur und Ausstattung des Gebäudes für die künftige Gemeinschaft und wirtschaftliche Tätigkeit; Pater Tomasz Wierzbicki wurde Mitarbeiter. Es war eine Zeit intensiver Arbeit bei zugleich schwindenden finanziellen Mitteln.
Im Januar 2013 zog wieder eine Ordensgemeinschaft ein. Am 28. Februar 2013 wurde Domus Mater eröffnet. Neben dem Gästebereich für Pilger und Touristen bietet das Haus Seelsorge an, darunter das Familiengesundheitszentrum: Ehevorbereitung, psychologische und familienbezogene Beratung, Beichte und geistliche Begleitung für Verlobte, Ehepaare, Witwen und Witwer, Begleitung der Eltern eines „verstorbenen Kindes“ sowie Unterstützung geistlicher Adoption. Außerdem arbeitet dort eine Naprotechnologie-Beratungsstelle. Hinzu kommen die Seelsorge „Transplantacja TAK“ sowie die Seelsorge für Unternehmer und Arbeitgeber Talent. Auch Exerzitien für Priester wurden organisiert. Die feierliche Einweihung erfolgte am 13. Oktober durch Bischof Jan Zając.
In den heutigen Räumen von Domus Mater wuchs viele Jahre Pater Prof. Stanisław Kardinal Nagy, langjähriger Freund und Berater des heiligen Johannes Paul II., auf, studierte, arbeitete wissenschaftlich und wohnte dort. Am Eröffnungstag (28.02.2013) schenkte er dem ersten Direktor, Pater Włodzimierz Płatek, eine originalgetreue Kopie des Bildes der Gottesmutter von Płaszów – der Gesegneten Mutterschaft; sie hängt bis heute in der Empfangshalle und stellt das Werk der Herz-Jesu-Priester unter Marias Schutz. An Pater Kardinal Stanisław erinnert neben lebendigen Erinnerungen die am 5. Juni 2014, seinem ersten Todestag, in Domus Mater eröffnete Gedenkstube. Unter persönlichen Gegenständen und Erinnerungsstücken befindet sich auch sein kostbarster Herzensbesitz: die Korrespondenz mit seinem Freund Karol Wojtyła – dem heiligen Johannes Paul II.
In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Gäste des Domus Mater stetig, ebenso die Zahl der Besucher Krakaus und seiner Umgebung. 2014 wurde das Gebäude in der ul. Przewóz 3, das sogenannte Weiße Haus, in den Betrieb des Domus Mater aufgenommen und zu einem Hostelbereich umgebaut. 2015 wurde Domus Mater in der Kategorie HOTEL DES JAHRES 2015 HRS DEALS nominiert. Jährlich zeichnet das führende amerikanische Tourismusportal TRIPADVISOR das Haus als Unterkunfts- und Konferenzobjekt mit hohem Vertrauen der Gäste aus. 2019 brachte weitere Veränderungen: Im Juni wurde das Haus als Hotel DOMUS MATER*** kategorisiert.

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